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Impfungen

Für unsere Kunden führen wir ein Online-Impfbüchlein über alle von uns durchgeführten aber auch uns bekannten Impfungen.
 
Durch die höhere Bevölkerungsdichte und die zunehmende weltweite Mobilität der Menschen breiten sich verschiedene Infektionskrankheiten wieder aus. Darunter sind auch Krankheiten, die durch Impfungen vermeidbar sind. Indem Sie sich gegen ansteckende Krankheiten impfen, vermeiden Sie gleichzeitig die Übertragung derselben an weitere Personen in ihrer Umgebung. Gegen die gefährliche Malaria und das häufiger auftretende Dengue-Fieber gibt es zurzeit noch keine Impfung.

Tetanus (Starrkrampf)-Diphtherie, (Di-Te): Kontrollieren Sie vor Ihrer Abreise, ob diese Impfung im Verlaufe der letzten 10 bis 20 Jahre aufgefrischt wurde. Nach einer Grundimmunisierung (erste Impfungen) sind Auffrischimpfungen jeweils ab sofort und für mind. weitere 10 Jahre gültig. Die Auffrischimpfung kann und soll bei Bedarf also auch „last minute“ durchgeführt werden. Bei tetanusgefährdeten Verletzungen ist eine Auffrischung im Abstand von 10 Jahren angezeigt. Bei Reisen in schlecht versorgte Gebiete und bei Reisen mit erhöhter Verletzungsgefahr ist es also sinnvoll, die Auffrischimpfung bereits nach 10 Jahren zu wiederholen. Es sind drei- oder vierfach kombinierte Impfungen für Diphtherie-Tetanus mit Polio und Pertussis (Keuchhusten) erhältlich.

Poliomyelitis (Kinderlähmung): Gilt in Teilen der Welt als ausgerottet, ist aber in einigen Regionen leider wieder auf dem Vormarsch. Die Auffrischung der Impfung wird demzufolge für Reisende sehr empfohlen. Nach wie vor ist eine vollständige Grundimmunisierung notwendig. Eine Auffrischimpfung ist immer ab sofort und für 10 Jahre gültig.

Pertussis (Keuchhusten): Die Auffrischimpfung gegen Pertussis ist in Kombination mit der Auffrischung der Diphterie-Tetanus-Impfung oder vor bzw. während der Schwangerschaft empfohlen.

Gelbfieber: (nicht zu verwechseln mit Gelbsucht!) Kommt in tropischen Teilen Afrikas und Südamerikas vor und verläuft häufig tödlich. Es handelt sich um eine Viruserkrankung, die durch Mücken übertragen wird. Der Impfschutz erreicht ca. 10–14 Tage nach einer Impfung die volle Wirksamkeit. In manchen Ländern wird für die Einreise eine Gelbfieberimpfung mit Bestätigung im internationalen Impfausweis verlangt.

Hepatitis A (Gelbsucht): Ist eine durch Wasser und Nahrungsmittel übertragene virale, akute Leberentzündung. Sie kommt weltweit an Orten mit mangelnder Hygiene vor und ist die häufigste Krankheit, vor der sich Reisende mit einer Impfung schützen können. Der Impfschutz erreicht zehn Tage nach der ersten Impfung die volle Wirksamkeit und hält ca. 1 Jahr. Es empfiehlt sich, nach 6–12 Monaten eine zweite Impfung vorzunehmen. Dadurch entsteht ein wahrscheinlich lebenslanger Impfschutz. Eine kombinierte Impfung mit Hepatitis B ist erhältlich.

Hepatitis B (Gelbsucht): Ist eine Viruserkrankung, welche durch unsaubere Wundversorgung, kontaminierte medizinische Instrumente, Blut- und Schleimhautkontakt übertragen wird. Sie kann eine chronische Leberentzündung und die Entstehung von Leberkrebs verursachen. Das Virus ist sehr ansteckend und leider auch sehr verbreitet. Deshalb wird allen Langzeit¬aufenthaltern in Entwicklungsländern (mehr als 30 Tage), Vielreisern und allen Kindern und Jugendlichen eine Schutzimpfung empfohlen. Für einen lebenslangen Schutz sind in der Regel 3 bis 4 Impfungen notwendig. Ein so genanntes Kurzimpf¬schema wird bei wenig Zeit vor der Abreise empfohlen. Sinnvoll sind 3 Injektionen jeweils im Abstand von ca. 1–4 Wo¬chen und eine vierte und letzte ca. 12 Monate nach der ersten Impfung. Langsames Impfschema: 0-1-6 Monate. Impfschema für Kinder (1–15-jährige): 0-6 Monate. Eine kombinierte Impfung mit Hepatitis A ist erhältlich.

Typhus: Diese schwere bakterielle Infektionskrankheit wird durch verunreinigte Nahrungsmittel und kontaminiertes Wasser übertragen. Besonders empfohlen wird die Impfung für den indischen Subkontinent, Nord- und Westafrika, bei Aufenthalten in Entwicklungsländern von mehr als einem Monat und generell bei Reisen unter schlechten hygienischen Bedingungen.

Reisedurchfall und Cholera: Durchfall ist die häufigste Krankheit bei Reisenden. Die Infektionen werden durch verseuchte Nahrungsmittel und Wasser übertragen. Mit der Einnahme der Schluckimpfung soll spätestens 2 Wochen vor Abreise begonnen werden. Der Impfschutz beträgt ca. 60 % für Reisedurchfall und ca. 90 % für Cholera während 3 Monate.
 
Meningokokken-Meningitis: Die Meningokokken-Meningitis ist eine bakterielle Hirnhautentzündung, welche von Mensch zu Mensch oder auch via Staub übertragen wird und kommt weltweit vor. Epidemisch tritt sie vor allem in trockenen Regionen Afrikas südlich der Sahara auf, gelegentlich auch in Teilen Asiens und selten in Südamerika. Für diese Regionen empfiehlt sich die Impfung für Reisende mit engem Kontakt zur Lokalbevölkerung, bei Aufenthalten während Epidemiezeiten oder bei Reisen in Risikogebiete von mehr als 4 Wochen. Daneben ist die Impfung für Tätigkeiten in Spitälern, Schulen oder Waisenhäusern indiziert.

Tollwut: Die Tollwut wird durch den Speichel von infizierten Tieren übertragen. Im Falle einer Erkrankung verläuft diese immer tödlich. Deshalb empfiehlt sich die Impfung für Aufenthalte von mehr als 30 Tagen in sogenannten Endemie¬gebieten und/oder für alle Reisende, welche zu Fuss, mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad in abgelegenen, unterversorgten Gebieten unterwegs sind. Zur Grundimmunisierung sind 3 Injektionen jeweils im Abstand von ca. 1–4 Wochen erforderlich. 12 Monate nach der ersten Impfung wird eine 4. Impfung für einen langfristigen, evtl. sogar lebenslangen Schutz empfohlen.

FSME (Hirn- und Hirnhautentzündung): Die Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME oder Zeckenencephalitis) ist eine zeckenübertragene Entzündung des Hirns und der Hirnhäute. Betroffene Regionen sind nebst der Schweiz v. a. Süddeutschland, Osteuropa, baltische Staaten, Südschweden, Südfinnland und Russland. Empfohlen ist diese Impfung für Personen, die in Endemiegebieten wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten und für Reisende in Endemiegebiete. Impfschema: 0 – [14-30 Tage] – [6-18 Monate]. Der volle Impfschutz ist zwei Wochen nach der zweiten Impfung zu erwarten. Es ist auch ein „Kurzimpfschema“ 0-7-21 Tage und 12-18 Monate später möglich. Auffrischimpfung: ca. alle 6 Jahre.

MMR (Masern/Mumps/Röteln): Ist sehr wichtig für Kinder und Erwachsene, falls die Krankheiten nicht durchgemacht wurden und keine Schutzimpfungen bestehen. Zurzeit geht man davon aus, dass für eine lebenslange Immunität zwei Impfungen im minimalen Abstand von einem Monat notwendig sind. Je nach früher verwendetem Impfstoff, kann gelegentlich eine weitere Impfung sinnvoll sein.

Varizellen-Impfung (Windpocken, wilde Blattern, spitze Blattern, Chickenpox): Die Varizellen-Impfung wird empfohlen für Erwachsene und Jugendliche ab 11 Jahren, welche die Windpocken noch nicht durchgemacht haben. Sie kann aber nach Wunsch bereits ab einjährig durchgeführt werden. Zurzeit geht man davon aus, dass für eine lebenslange Immunität zwei Impfungen im minimalen Abstand von einem Monat notwendig sind.

Japanische Encephalitis: Sie tritt vor allem in Reisanbaugebieten Asiens auf und wird durch dämmerungs- und nachtaktive Mücken übertragen. Empfohlen ist die Impfung für Langzeitreisende, welche sich mehr als 4 Wochen in ländlichen Gegenden in den betroffenen Regionen während der kritischen Zeit aufhalten. Es sind 2 Impfungen vor der Abreise notwendig. Die Dauer der Schutzwirkung ist noch unbekannt. 12–18  Monate  nach der ersten Impfung wird  eine 3. Impfung für einen Langzeitschutz empfohlen.

Grippe (Influenza): Die Impfung wird besonders für Personen über 65 Jahre und für Personen mit chronischen Krankheiten (Herz- oder Lungenprobleme, Diabetes, immunologische Krankheiten usw.) und deren Angehörige empfoh¬len. Sie wird von der Weltgesundheitsorganisation jedes Jahr neu zusammengestellt und ist 3–4 Monate wirksam. Der Impfschutz beträgt ca. 80 %. Für Reisen während der Grippesaison kann eine Grippeimpfung sinnvoll sein, da schon auf dem Flug viele Personen auf beschränkten Raum zu erwarten sind. Auch Kreuzfahrten, Pilgerreisen usw. stellen eine Impfindikation dar.

Pneumokokken-Impfung: Pneumokokken sind Bakterien, die für einen grossen Teil der Lungenentzündungen verantwortlich sind. Bereits heute sind sie gegen zahlreiche Antibiotika resistent. Besonders wichtig ist diese Impfung bei Personen ohne Milz. Generell empfohlen wird sie für über 65-jährige und für Personen mit chronischen Krankheiten wie z. B. Lungen- oder Herzkrankheiten, Diabetes usw. Die Wirksamkeit wird auf 60–85 % geschätzt.

Pollenallergien: Durch eine spezifische Immuntherapie können die Beschwerden v. a. bei Pollenallergien in etwa 80 % der Fälle wesentlich verbessert oder zum Verschwinden gebracht werden. Am besten sprechen Patienten mit allergischem Asthma und mittel bis schwerer Pollenallergie an. Nach der Austestung werden in der Regel insgesamt 7–10 Injektionen vor der entsprechenden Pollenflugzeit einmal wöchentlich appliziert.

Zervixkarzinom: Die zurzeit impfbaren Humanen Papillomaviren (HPV) sind für 70 % der Fälle von Gebärmutter-halskrebs verantwortlich. Sie werden bei sexuellem Kontakt übertragen. Die Impfung wird für Mädchen und Frauen ab 9–11-jährig empfohlen. Impfschema bis 14-jährige: 0–6 Monate, ab 15-jährig: 0-1/2-6 Monate. Aktuell übernimmt der Wohnkanton die Kosten bis zum 27. Geburtstag.

Bei Säuglingen und Kleinkindern soll kontrolliert werden, ob die Hib-Impfungen (Haemophylus influenzae b) nach Plan durchgeführt wurden.

Informieren Sie uns über folgende Punkte, bevor sie geimpft werden: Wenn Sie hohes Fieber haben, wenn Sie Allergien haben, wenn Sie schwanger sind oder sein könnten, wenn Sie Störungen der Blutgerinnung haben oder blutverdünnende Medikamente einnehmen, wenn Sie Immunsupprimierende Medikamente nehmen müssen (z. B. Cortison) oder an einer Im¬munschwäche leiden (HIV-Infektion, Aids-Erkrankung o. ä.)

Wie bei allen medizinischen Massnahmen kann es auch bei Impfungen zu unerwünschten Reaktionen kommen. Relativ häufig sind lokale Schwellung und Schmerzen, seltener leichtes Fieber, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit, die nach 1–3 Tagen wieder verschwinden. Bei Bedarf kann ein Schmerzmittel eingenommen werden. Wenn Sie das Gefühl haben, sie hätten unerwartet heftige Reaktionen, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.