Chikungunya

Chikungunya-Fieber ist eine in Süd- und Südostasien sowie in Afrika, südlich der Sahara, vorkommende Virusinfektion. Das Virus wir durch tag- und dämmerungsaktive Mücken der Aedes-Familie übertragen. Es verursacht heftiges Fieber, Glieder- und Gelenksschmerzen, gelegentlich einen Hautauschlag und Bindehautentzündung. Bei Erwachsenen verursacht die Erkrankung in der Regel keine Komplikationen und heilt von selbst wieder ab. Die Gelenksschmerzen können aber über längere Zeit (Monate) fortbestehen. Ausser Schmerzmitteln ist keine spezifische Therapie bekannt. Ebenso existiert im Moment keine Impfung gegen diese Krankheit.

Da die Beschwerden sehr unspezifisch sind und durchaus auch für ein Dengue-Fieber oder etwas Ähnliches gehalten werden könnten und es leider weltweit keine Meldepflicht gibt, kann es auch gut sein dass die Zahlen zu niedrig sind und auch noch andere, bisher nicht genannte Länder betroffen sind. Es sind schon mehrere hundert importierte Fälle von Chikungunya bei Reisenden beschrieben worden. Wegen der zum Teil kurzen Erkrankungsdauer und den unspezifischen Beschwerden, aber auch wegen der noch nicht überall zur Verfügung stehenden Labordiagnostik, muss allerdings von einem sehr ausgeprägten "Underreporting" ausgegangen werden. Vorerst sind die Labortests für die Diagnose des Chikungunya-Fiebers nur in auf Infektionskrankheiten spezialisierten Labors im Ausland erhältlich.

Zur Illustration der Ausmasse hier ein Beispiel der Grossen Epidemie in den Jahren 2006/07:

Die WHO berichtet für die Region Indischer Ozean über folgende ungefähre Zahlen von Fällen im Jahre 2006/07:

Ort Fälle Einwohner
La Réunion 244'000 777'000
Mayotte 5'800 178'000
Mauritius 6'000 1'200'000
Seychellen 8'800 80'000
Indien >1'360'400 524'000'000
Malaysia Pérak 200 2'000'000

Aktuell:

Lokale Übertragungen von Chikungunya Fieber wurde in Südfrankreich in der Provinz Côte d‘Azure gemeldet. Per Ende August sind es vier bestätigte, ein wahrscheinlicher und acht verdächtige Fälle. 

Das Amt für öffentliche Gesundheit von Frankreich ergreift folgende Massnahmen:

  1. Kontrolle der übertragenden des Aedes albopictus Mücke in dieser Gegend
  2. Bluttests bei allem verdächtigen Fällen.
  3. Veröffentlichung der Risiken. 

Die WHO beurteilt die Situation als potentielles Risiko für den ganzen Mittelmeerraum weil:

  1. Die Aedes albopictus Mücke sich zunehmend im Mittelmeerraum etabliert.
  2. Weil in der Vergangenheit im Mittelmeerraum bereits Chikungunya Epidemmien vorgekommen sind.
  3. Weil die betroffenen Gebiete touristisch von hohem Interesse sind. 

Im Sommer 2007 wurde in Europa zum ersten Mal eine lokale Übertragung des Chikungunya Virus beobachtet. Bis dahin hatte man nur importierte Fälle von Chikungunya Fieber bei Personen die sich auf anderen Kontinenten angesteckt hatten gesehen. 2007 war erstmalig in Europa, die Stadt Ravenna betroffen, wo 205 Fällen aufgetreten sind.

Die WHO rät aktuell zu folgenden Massnahmen:

  1. Verhinderung von Mückenstichen.
  2. Kontrolle der übertragenden Aedes albopictus Mücke.
  3. Er verschärfte Kontrolle bei Blut Trans Fusionen.

Information der WHO